Ähnliches passiert, wenn ich nur so drauflos lebe. In mir verbogen liegt eine Leidenschaft und ein Traum für mein Leben und das gilt für jeden Menschen. Jedes Jahr im Januar machen wir uns gute Vorsätze: "Weniger essen, weniger trinken, mehr bewegen, aufhören mit dem Rauchen" und vieles mehr. Alle diese Dinge sind gut und dennoch schlummert in uns ein Traum, der viel mehr Auswirkungen auf unser Leben hat als alles andere, was wir bis hierhin erlebt haben.
Je stärker bei uns dieser Traum eingeschlafen ist, desto radikaler müssen die Methoden sein, um ihn wieder zu erwecken. In der Bibel gibt es eine Situation, die Mose erlebt. Weil er einen ägyptischen Aufseher erschlagen hat, war er in die Wüste geflüchtet. Er gründet eine Familie und bekommt eine Anstellung bei seinem Schwiegervater als Schafhirte. Es scheint, als habe er vergessen, wie sehr seine Familie und sein Volk, die Israeliten, in Ägypten in der Sklaverei leiden.
Gott muss ihn wachrütteln und vor Augen führen, für welche große Aufgabe er ihn geschaffen hat - das Volk Israel zu befreien und in ihre Heimat zurück zu führen. So spricht Gott zu Mose aus einem brennenden Busch. Eine verwirrende Erfahrung für ihn.
Nach längeren Diskussionen, gehorcht Mose schließlich. Er brauchte diese radikale Begegnung, um wach zu werden für den Traum, der in ihm schlummert.
Nach längeren Diskussionen, gehorcht Mose schließlich. Er brauchte diese radikale Begegnung, um wach zu werden für den Traum, der in ihm schlummert.
Auch in uns schlummert ein Traum und entweder wir gehören zu den Menschen, die mit den Jahren immer mehr träumen und Ideen haben und es kaum erwarten können, auch nur ein paar davon umzusetzen. Oder wir gehören zu den Menschen, die mit der Zeit immer weniger träumen und immer weniger vom Leben erwarten. Bei vielen Menschen führt dieser Zustand irgendwann in eine Depression und manche von ihnen hören auf zu leben, lange bevor sie sterben.
Aber die Hoffnung ist nicht verloren. Wenn Du einmal träumen konntest, dann kannst Du es auch wieder. Hier sind zwei Versuche, Dich wieder in das Träumen hinein zu versetzen:
Du in zehn Jahren
Stelle Dir Dein Leben in genau zehn Jahren vor! Wie sieht es aus? Wo wohnst Du? Wie geht es Deiner Familie? Was arbeitest Du? Mit welchen Menschen stehst Du im Kontakt? Wer bist Du selbst? Was macht Dich aus? Wie würden Dich andere beschreiben?
Grabreden
Stelle Dir vor, Du besuchst Deine eigene Beerdigung! Versuche dabei so bildlich wie möglich in die Situation zu versetzen! Bist Du draußen, in einer Kirche, in einer Urne oder einem Sarg? Wo nach riecht es? Welche Farben haben die Blumen?
Wer sind die Gäste? Wer steht auf und erzählt etwas über Dich? Und jetzt kommt der wichtigste Teil: Was erzählen sie über Dich? Was willst Du in diesen Reden hören? Worüber sollen sie erzählen?
Diese Übung ist sehr emotional und braucht einige Zeit, aber sie macht Dir klar, was Dir wirklich wichtig ist. Damit kommt ein Stück Deines Traumes an die Oberfläche.
Es ist Dir überlassen, wer auftritt und eine Gradrede hält. Hier aber ein paar Beispiele, die Dich inspirieren können: deine Eltern, Geschwister, Ehepartner, Kinder, andere Verwandte, gute Freunde, Arbeitskollegen, Partner, Kunden, Patienten, andere Menschen mit denen Du im Kontakt warst. Etwas gewagter ist es, wenn Du Gott auftreten läßt oder vielleicht auch Menschen, die Du gar nicht direkt kennst, aber dennoch von Deinem Leben inspiriert wurden.
Sorge für eine gute Mischung und Du wirst überrascht sein!
Dokumentiere Deine Träume
Ich empfehle Dir, dass Du Dir ein Medium suchst, in dem Du Deine Eindrücke und Erfahrungen festhältst. Das kann ein Word-Dokument im Computer sein, ein Hefter, ein Tagebuch, ein Smartphone oder was auch immer. Wichtig ist nur, dass Du immer wieder darauf zurückgreifen kannst und es idealerweise immer mit Dir führst.
Ich habe seit gut acht Jahren eine Kladde, die ich mit mir führe. Sie ist klein und handlich. Natürlich habe ich schon einige vollgeschrieben. Hier schreibe ich chronologisch alles rein, was mich interessiert. Notizen zu Büchern, die ich lese, Vorbereitungen für Vorträge, Ideen und Träume die mir kommen oder auch Gebete.
Spannend ist es, wenn ich nach einiger Zeit die Kladde durchblättere und lese, was ich aufgeschrieben habe. Ich entdecke meine Träume wieder. Das hilft mir, wenn ich gerade mal eine schwierige Zeit durchmache. Ich bekomme neuen Mut, Hoffnung und eine Perspektive.
Genau das wünsche ich Dir auch.
Sehen wir uns beim nächsten mal von Maximize 2010? Ich freue mich.